
Der Siebenpunkt-Marienkäfer: Nützling mit chemischer Keule
Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist weit mehr als nur ein niedliches Fotomotiv oder ein Symbol für Glück. Hinter seinen markanten roten Flügeldecken verbirgt sich eine hochwirksame biologische Ab-wehrwaffe. Wer sich fragt, ob die kleinen Krabbler giftig sind, findet die Antwort in ihrem Blut. Fühlt sich der Käfer bedroht, sondert er eine gelbe, übelriechende Flüssigkeit aus seinen Beingelenken ab. Diese sogenannte Reflexblutung enthält bittere Alkaloide, die Fress-feinde wie Vögel oder Ameisen effektiv abschrecken.
Für uns Menschen ist dieses Sekret in der Regel harmlos. Wer einen Marienkäfer über die Hand laufen lässt, muss schlimmstenfalls mit gelben, streng riechenden Flecken rechnen. Dennoch ist eine gewisse Vorsicht geboten: Bei sehr empfindlichen Personen oder Allergikern kann die Flüssigkeit leichte Hautreizungen auslösen. Besonders Kleinkinder sollten davor bewahrt werden, die Käfer in den Mund zu nehmen, da die Bitterstoffe die Schleimhäute reizen können. Auch für Haustiere ist der Verzehr zwar selten lebensgefährlich, kann aber zu vermehrtem Speichelfluss oder Erbrechen führen.
Trotz dieser chemischen Abwehr bleibt der Marienkäfer ein un-verzichtbarer Nützling im Garten. Er ist also ein kleiner Giftmischer mit großem Nutzen, den man am besten einfach in Ruhe lässt.








