Wirbelmilbe.

Wirbelmilbe. Mini-Räuber im Totholz

Ein flinker, orange-roter Achtbeiner huscht über die morsche Rinde – nur einen Millimeter groß. Wer hier an eine Babyspinne denkt, irrt. Das Makroobjektiv enthüllt eine Raubmilbe, vermutlich eine Wirbelmilbe (Anystidae).

Im Gegensatz zu echten Spinnen sind Vorder- und Hinterkörper bei ihr nahtlos verschmolzen. Ihre Beine ragen sternförmig nach allen Seiten, was dem winzigen Jäger eine extreme Wendigkeit verleiht. Jede Borste auf seinem Körper arbeitet als hochsensibler Sensor für Bewegung.

Auf dem Totholz besetzt der Winzling eine Schlüsselrolle: Als unermüdlicher Jäger von Springschwänzen und Insekteneiern hält er den Mikrokosmos im biologischen Gleichgewicht. Das Foto beweist eindrucksvoll, dass die faszinierendste Wildnis oft im ganz Kleinen liegt.Diese kleinen Raubmilben (speziell die Wirbelmilben) sind für ihre Größe wahre Geschwindigkeitsmonster und gehören zu den schnellsten Landtieren der Erde, wenn man ihre Bewegung ins Verhältnis zu ihrer Körpergröße setzt.

Absolute Geschwindigkeit: Ein solcher 1-Millimeter-Winzling legt in der Sekunde meist zwischen 10 und 30 Zentimeter zurück. Das klingt nach wenig, ist aber für diese Größenordnung ein extremes Tempo.

Die relative Sensation: Ein sehr naher kalifornischer Verwandter aus derselben Familie (Paratarsotomus macropalpis) hält sogar den offiziellen Weltrekord: Er schafft bis zu 322 Körperlängen pro Sekunde.

Der Vergleich zum Menschen

Würde man diese relative Leistung auf einen Menschen hochrechnen (der circa 322-mal seine eigene Körperlänge in einer Sekunde rennt), entspräche das einer Geschwindigkeit von rund 2.100 km/h – das ist weit über Schallgeschwindigkeit (etwa Mach 1,7).

Dank ihrer sternförmigen Beine können sie dieses Tempo blitzschnell beschleunigen, abrupt abstoppen und Haken schlagen, ohne an Fahrt zu verlieren. Für die Beute auf dem Totholz gibt es da kaum ein Entkommen