Barntrup – Historische Zeitleiste
Vor 1317
Erste Siedlungsspuren der Ansiedlung „Berninctorp“, vermutlich benannt nach einem Sippenführer Berno. Der ursprüngliche Standort lag südöstlich des heutigen Stadtgebiets am Schratweg; Flurnamen wie „Aule Kerke“ erinnern daran.
1317
Verlegung bzw. planmäßige Neugründung der Siedlung am heutigen Standort. Abpfarrung von der Mutterkirche in Bega und Erlangung kirchlicher Eigenständigkeit.
1376
Verleihung der Stadtrechte durch Graf Heinrich V. von Sternberg, vermutlich nach lippischem bzw. Lemgoer Vorbild. Befestigung durch Graben, Dornenhecke („Knick“) und Stadttore.
- Jahrhundert
Zerstörungen und wirtschaftliche Einbußen infolge der Braunschweiger Fehde (1404–1409) und der Soester Fehde (1444–1449). Übergang der Grafschaft Sternberg in den Einflussbereich des Hauses Lippe.
1584–1591
Errichtung von Schloss Barntrup durch Anna von Canstein, Witwe des Franz von Kerßenbrock. Bedeutendes Bauwerk der Weserrenaissance, genutzt als adeliger Wohn- und Verwaltungssitz.
1657–1660
Durchführung von etwa zehn Hexenprozessen. Erstes bekanntes Opfer ist Claren Düvels (Hinrichtung 1657). Symbolische Rehabilitierung der Opfer durch den Stadtrat im Jahr 2015.
1836
Bestätigung und Neuordnung der Stadtrechte im Zuge der lippischen Verfassungsreformen. Stadterweiterung über den historischen Kern hinaus.
- Juni 1858
Großer Stadtbrand mit Zerstörung von rund 50 Gebäuden. Anschließender Wiederaufbau prägt das Stadtbild.1896
Anschluss an das Eisenbahnnetz durch die Begatalbahn (Lage–Hameln).
Ende 1920er Jahre
Ergänzung durch die Extertalbahn in Richtung Rinteln.
1945
Kriegsschäden durch Bombenangriffe; mehrere Gebäude zerstört, darunter die „Alte Post“. Bevölkerungsanstieg durch Aufnahme von Geflüchteten und Vertriebenen.
1969
Zusammenschluss mit Alverdissen, Selbeck, Sommersell und Sonneborn zur Stadt Barntrup.
1973
Eingliederung in den neu gebildeten Kreis Lippe.
Regionalüberlieferung
Lippischer Spottvers zur Charakterisierung der Städte:
„Deppelt dat hauge Fest – Lemje dat Hexennest.
Hauern de Kreone – Blomberg de Bleome.
Lufeln dat Soltfatt – Barntrup well auk nau watt.“