—Steinzeit bis Bronzezeit. Bis ca. 500 v. Chr.
—Keine feste politische Struktur. Das hügelige Quellgebiet der Exter wird sporadisch von nomadischen Jägern und frühen bäuerlichen Kulturen genutzt. Es gibt keine dauerhafte, dokumentierte Herrschaft.
—Antike: Das Reich der Cherusker. Ca. 500 v. Chr. – 300 n. Chr. Die Region des heutigen Lippe gehört zum Kern-Siedlungsgebiet des germanischen Stammes der Cherusker. Administrativ gibt es keine Städte, die Verwaltung erfolgt über lose Stammesbünde und Thing-Versammlungen.
—Frühmittelalter: Das Herzogtum Sachsen. Ca. 300 – 785 n. Chr.. Die Cherusker gehen im Großstamm der Sachsen auf. Alverdissen liegt im sächsischen Teilraum Engern (Grenzgebiet zu Ostfalen). Ab ca. 772 erobert Karl der Große die Region, die nach den Sachsenkriegen in das Fränkische Reich eingegliedert wird.
—Hochmittelalter: Das Stift Herford. Bis 1220. Im Jahr 1151 wird Alverdissen als Alwardessen erstmals urkundlich erwähnt – und zwar im Güterverzeichnis des Stifts Herford. Politisch untersteht das Land zu dieser Zeit den Grafen von Schwalenberg als Vögten.
—Spätmittelalter: Grafschaft Sternberg. 1220 – 1405. Die Grafen von Sternberg spalten sich von den Schwalenbergern ab und gründen eine eigene Herrschaft. Sie bauen Alverdissen planmäßig mit einem Drei-Straßen-System zur Stadt aus (Stadtrechte vor 1370). Alverdissen gehört nun fest zur Grafschaft Sternberg.
—Übergang an das Haus Lippe. 1405 – 1613. Nach dem Aussterben der Sternberger fällt das Gebiet an die Edelherren zur Lippe (spätere Grafen). 1424 wird der Ort in einer Fehde komplett zerstört, verliert die Stadtrechte und wird fortan als „Flecken“ (Marktflecken mit Sonderrechten) geführt.
—Die Ära Lippe-Alverdissen 1613 – 1777. Graf Simon VI. zur Lippe teilt das Land auf. Sein jüngster Sohn Philipp erhält das Amt Alverdissen als Paragium (unselbstständige Seitenlinie). Als Philipp 1647 zusätzlich die Grafschaft Schaumburg erbt, begründet er das Haus Schaumburg-Lippe. Alverdissen ist nun über 150 Jahre lang eine eigenständige, gräfliche Residenz der Nebenlinie Lippe-Alverdissen mit eigenem Schloss (erbaut 1662).
—Verwaltung aus Bückeburg. 1777 – 1812. Da die Hauptlinie in Bückeburg ausstirbt, erbt der Alverdisser Graf Philipp II. Ernst die gesamte Grafschaft Schaumburg-Lippe. Das Schloss Alverdissen verliert den Residenzstatus; das Amt wird fortan direkt aus Bückeburg (Schaumburg-Lippe) regiert.
—Rückkehr zum Fürstentum Lippe. 1812 – 1918. Die lippische Fürstin Pauline kauft Alverdissen für 52.000 Reichstaler von den Schaumburgern zurück. Alverdissen gehört nun wieder zum Fürstentum Lippe (Detmolder Linie) und wird Sitz des Amtes Sternberg.
—Freistaat Lippe & Weimarer Republik. 1918 – 1947. Nach dem Erwerb der Demokratie wird das Fürstentum zum Freistaat Lippe innerhalb der Weimarer Republik und übersteht so auch die NS-Zeit als eigenständiges deutsches Land.
—Eingliederung nach Nordrhein-Westfalen. 1947 – 1968. Mit den „Lippischen Punktationen“ wird der Freistaat Lippe aufgelöst. Alverdissen gehört ab Januar 1947 als selbstständige Gemeinde zum Land Nordrhein-Westfalen (Kreis Lemgo, Regierungsbezirk Detmold).
—Moderne: Ortsteil von Barntrup. Seit 1969. Im Zuge der Kommunalreform (Lemgo-Gesetz) verliert der Flecken Alverdissen am 1. Januar 1969 seine Selbstständigkeit und wird in die Stadt Barntrup eingemeindet. Seit der Kreisreform 1973 gehört Barntrup und damit auch Alverdissen zum neu gebildeten Kreis Lippe.